Schnittblumen im Naturgarten anbauen – familienfreundliche Slow Flowers für natürliche Sträuße

17.02.2025

Schnittblumen selbst anbauen leicht gemacht – Slow Flowers aus dem Naturgarten

Schnittblumen im eigenen Garten anbauen ist die schönste Art, das ganze Jahr über frische Sträuße ins Haus zu holen – natürlich, familienfreundlich und ohne Chemie. In diesem Schnittblumen-Artikeln zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du dir deinen eigenen Slow-Flower-Schnittblumengarten aufbaust: vom passenden Standort über Aussaat und Pflegebis zu Stauden, Blumenzwiebeln und Rosen für natürliche Gartensträuße.

Vielleicht kennst du das noch aus deiner Kindheit: Blumensträuße aus der Wiese pflücken, stolz nach Hause tragen, die Nase tief hineinstecken. Bei uns lieben das auch die Kinder – nur heute wachsen die Sträuße direkt im Garten (oder im großen Kübel). Und das Beste: Du weißt genau, wie sie gewachsen sind. Ohne Kunstdünger, ohne Insektenvernichtungsmittel, dafür mit Zeit, Beobachtung und Freude am Wachsen.

Ob kleiner Naturgarten, Nutzgarten-Ecke oder ein paar Beete am Zaun: Ein Schnittblumengarten muss nicht perfekt sein – er darf wild, lebendig und pflegeleicht sein. Hauptsache, er schenkt dir regelmäßig Blüten für Vase, Tisch und Mitbringsel.

Machst du mit?

Hier findest du alles, was du brauchst, um Schnittblumen naturnah anzubauen – für Sträuße durchs ganze Jahr.m eigenen Garten anbaust – einfach, naturnah und mit viel Freude!

Slow Flowers aus dem Naturgarten – familienfreundlich & wild
Wo findet dein Schnittblumengarten Platz?

Ein Schnittblumengarten braucht keinen eigenen Gartenbereich – Blumen sind erstaunlich flexibel:

  • als kleine Blumeninsel im Rasen

  • in bestehenden Beeten

  • in großen Töpfen

  • im Hochbeet

  • oder zeitweise im Gemüsebeet

Ich selbst habe vier Hochbeete ausschließlich für Schnittblumen auf unserer Terrasse aufgebaut. Sie sind aus Metall, halten Schnecken gut fern und wirken wie riesige Blumenvasen. Weil sie nur zu zwei Dritteln mit Erde gefüllt sind, stehen die Blumen windgeschützt und müssen kaum angebunden werden.

➡️ Ein großer Vorteil: Du hast deine Schnittblumen immer im Blick – und immer griffbereit.

1. Cool Flowers – unkompliziert & früh

Cool Flowers sind robuste, einjährige Blumen, die du bereits Ende Februar oder im März direkt ins Beet säen kannst. Sie lieben kühle Temperaturen und schenken dir früh im Jahr die ersten Blüten.

Typische Vertreter sind:

  • Ringelblumen

  • Mohn

  • Kornblumen

  • Jungfer im Grünen

Mein persönlicher Liebling ist der Sommerrittersporn – wunderschön, standfest und viel zu selten gesät.

👉 In meinem separaten Artikel findest du:

  • meine liebsten Cool-Flower-Arten

  • den besten Aussaatzeitpunkt

  • Tipps für ein sicheres Gelingen

2. Dahlien – Stars für üppige Sommersträuße

Dahlien sind echte Allrounder für den Schnittblumengarten. Ihre Farben und Blütenformen bringen Spannung in jeden Strauß, und sie blühen unermüdlich bis zum Frost.

Einmal gepflanzt, kannst du:

  • schon nach wenigen Wochen ernten

  • über Monate hinweg schneiden

  • die Knollen im Winter frostfrei lagern

  • und sie im nächsten Jahr vermehren

Ich pflanze Dahlien besonders gern ins Hochbeet:
Dort lassen sie sich früh setzen, gut kontrollieren und brauchen – dank Windschutz – meist keine Stütze.

👉 Alle meine Erfahrungen, Sortentipps und Pflegetricks findest du im Dahlien-Artikel.Hier findest du alle meine Tipps für Dahlien.

3. Sommerblumen vorziehen – Glück auf der Fensterbank

Eine der beglückendsten Gartenarbeiten ist für mich zu verfolgen, wie aus winzigen Samenkörnern die herrlichsten Blumen wachsen. In wenigen Wochen und vor meinen Augen. Deshalb sähe ich jedes Jahr Anfang März meine Sommerblumen. Eine Fensterbank an einem Südzimmer reicht aus, und du wirst bald wissen, warum Gärtner statistisch einfach glücklicher sind! Ab Ende Mai bis zum Frost blühen die Schönheiten dann in meinem Garten und erfreuen Bienen Schmetterlinge und mich.

Geeignet sind zum Beispiel:

  • Cosmeen

  • Zinnien

  • Astern

  • Schmuckkörbchen

Eine helle Fensterbank reicht oft schon aus. Ab Ende Mai ziehen die Jungpflanzen dann ins Beet und blühen bis zum Herbst – zur Freude von Bienen, Schmetterlingen und natürlich dir selbst.

👉 In meinem Anzucht-Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie das Vorziehen gelingt – auch ohne Profi-Equipment. Hier zeige ich dir wie die Blumenanzucht gelingt..

Begleitgrün für natürliche Sträuße

Ein schöner Strauß lebt nicht nur von Blüten – Begleitgrün gibt ihm Tiefe, Ruhe und Struktur. Das Beste: Viele geeignete Blattpflanzen wachsen bereits im Garten.

Besonders bewährt haben sich:

  • Funkien (Hosta) mit großen, ruhigen Blättern

  • Farne für Leichtigkeit und Bewegung

  • Purpurglöckchen mit farbigem Blattwerk

  • Wilder Wein für lange, lebendige Linien

  • Salbei als duftendes, mediterranes Grün

All diese Pflanzen lassen sich regelmäßig schneiden, treiben gut nach und passen perfekt zu naturnahen Gartensträußen.

👉 In meinem ausführlichen Artikel findest du alles Wichtige zu Begleitgrün für Sträuße – von geeigneten Pflanzen über Schnittzeitpunkte bis zu Kombinationsideen. Hier findest du alles Wichtige zu Begleitgrün für Sträuße!

Frühjahrsblüten planen: Blumenzwiebeln im Herbst setzen

Narzissen, Blumenzwiebeln zum Verwildern und andere Frühlingsboten

Wenn du das ganze Jahr über Blumen schneiden möchtest, beginnt die Planung schon im Herbst. Viele Frühlingsblüher müssen rechtzeitig gesetzt werden, damit sie im nächsten Jahr zuverlässig austreiben.

Ab März kannst du dann die ersten Blumen für Sträuße ernten:

  • Tulpen

  • Traubenhyazinthen

  • Narzissen

  • später auch Zierlauch (Allium)

Ich bestelle meine Blumenzwiebeln im Herbst meist günstig bei einem Großhändler. Tulpen und Traubenhyazinthen sollten jedes Jahr neu gesetzt werden, da sie durch das Schneiden geschwächt werden. Narzissen hingegen sind deutlich robuster: Sie treiben trotz regelmäßigen Pflückens im nächsten Jahr wieder aus und eignen sich hervorragend zum Verwildern.

Deshalb wachsen sie bei mir nicht nur im Schnittblumenbereich, sondern auch ganz selbstverständlich in den Staudenbeeten mit.

👉 So entstehen frühe Frühlingssträuße – ohne zusätzlichen Aufwand im Frühjahr.

Hier findest du meine liebsten Narzissen und pflücken kann man auch die Frühlingszwiebeln, die verwildern. 

Blühende Sträucher als Schnittgrün für natürliche Sträuße

Auch blühende Sträucher und Ziergehölze sind wunderbare Begleiter für natürliche Gartensträuße. Sie bringen Struktur, Fülle und oft auch einen feinen Duft ins Haus. Besonders schön eignen sich im Frühjahr und Frühsommer Flieder, Zieräpfel und Zierpflaumen. Später folgen Klassiker wie die weiße Brautspiere oder die dunkelrote Blasenspiere 'Diabolo', deren Blattfarbe selbst ohne Blüten für Spannung sorgt.

Viele dieser Gehölze lassen sich gut schneiden und profitieren sogar von einem regelmäßigen Rückschnitt. Vielleicht findest du in deinem Garten noch Platz für klein bleibende, schnittverträgliche Sträucher – sie verbinden Zierwert, Blütenfülle und Schnittblumen ganz unkompliziert.

👉 So entsteht ein Schnittblumengarten, der nicht nur aus Beeten besteht, sondern sich durch den ganzen Garten zieht. Die Blühsträucher würden auch eine tolle kleine Vogelschutzhecke ergeben.

Stauden – langlebige Schnittblumen für den pflegeleichten Garten

Auch Stauden sind wunderbare Pflanzen für natürliche Blumensträuße. Stauden sind mehrjährige Gartenpflanzen, die im Winter oberirdisch einziehen, unter der Erde überdauern und im Frühjahr zuverlässig wieder austreiben. Wer sich einen pflegeleichten Naturgarten wünscht, setzt bewusst auf langlebige, robuste Stauden, die an unser Klima angepasst sind.

Viele Stauden eignen sich hervorragend als Schnittblumen:
Allen voran Pfingstrosen, deren üppige Blüten im Frühsommer jedes Strauß-Highlight sind. Aber auch Katzenminze, Salbei, Frauenmantel, Schafgarbe oder Ziergräser lassen sich wunderbar schneiden und bringen Leichtigkeit, Struktur und Duft in natürliche Arrangements.

👉 Der große Vorteil: Stauden blühen über viele Jahre hinweg, brauchen wenig Pflege und verbinden Gartenästhetik mit nachhaltiger Schnittblumenernte. Hier findest du Inspiration für Staudenbeete.

Rosen – klassische Schnittblumen für den pflegeleichten Naturgarten

Rosen gehören zu den dankbarsten Schnittblumen im Garten. Je nach Sorte lassen sie sich von Juni bis zum ersten Frost regelmäßig schneiden und liefern immer wieder frische Blüten für Sträuße. Entgegen ihres Rufs sind viele moderne Rosen pflegeleicht, robust und erstaunlich trockenheitsverträglich.

Besonders empfehlenswert sind Rosen mit ADR-Siegel. Diese Sorten wurden über mehrere Jahre geprüft und ausgezeichnet, weil sie:

  • reich und lange blühen

  • gesund bleiben

  • ohne chemischen Pflanzenschutz auskommen

👉 Mit ADR-Rosen bekommst du langlebige Gartenpflanzen, die sowohl im Beet als auch in der Vase überzeugen – ideal für einen naturnahen, nachhaltigen Schnittblumengarten. Hier findest du meine Lieblingsrosen.

Was im Strauß schön aussieht klappt oft auch im Beet, deshalb pflanze ich meine liebsten Rosenbegleiter auch neben die Rosen.

Wenn mein Schnittblumengarten dann fertig gepfalnzt ist, werde ich den Schnecken mit altem Kaffeesatz und Schneckenjauche den Appetit auf meine Pflänzchen verderben (Hier gehts zum natürlichen Pflanzenschutz). Muskeln aufbauen gelingt durch Gießen (Aus den Regenwassertonnen). Und dann das ganze Jahr herrliche Blüten ernten. Ich freue mich schon das neue Blumenjahr mit einigen neuen Sorten.

Falls du noch Anregung zum Sträuße binden brauchst bist du hier richtig!

Dein Schnittblumengarten beginnt jetzt 🌸

Ein eigener Schnittblumengarten im Naturgarten muss weder groß noch perfekt sein. Er wächst mit dir, mit deinen Erfahrungen – und manchmal auch mit kleinen Umwegen. Ob ein Hochbeet voller Sommerblumen, ein paar Stauden am Gartenrand, blühende Sträucher oder Rosen zwischen Gemüse: Schnittblumen lassen sich fast überall integrieren.

Das Schöne daran ist die Freiheit.
Du pflückst deine Blumen ohne Reue, weißt, woher sie kommen, und gestaltest dir Sträuße, die wirklich zu dir passen. Ganz nebenbei profitieren auch Bienen, Schmetterlinge und andere Gartenbewohner von den vielen Blüten – ein Gewinn für dich und den Naturgarten.

👉 Unter diesem Artikel findest du alle weiterführenden Beiträge rund um Schnittblumen:
zu einzelnen Blumen, zur Anzucht, zur Pflege sowie zu Stauden, Blumenzwiebeln und Gehölzen. Klick dich durch und stell dir deinen eigenen Schnittblumengarten zusammen – Schritt für Schritt und in deinem Tempo.

Ich wünsche dir viele volle Vasen, schmutzige Hände und diesen besonderen Moment, wenn du sagen kannst:
"Die habe ich selbst gezogen."

Herzliche Grüße
deine Marion 🌿