Der Klostergarten

19.06.2022

Sorry, die Seite befindet sich im Aufbau! Bald zeige ich Euch hier unseren kleine Küchengarten, den wir nach dem Vorbild eines Klostergartens gestaltet haben und den Klostergarten des grauen Klosters in Greifswald und den Klostergarten auf der Komburg bei Schwäbisch Hall und verrate Euch, welches alte Geheimwissen wir von den Mönschen abschauen können.

Klostergärten sind klar gegliedert. So wurden die kleinen, gut zu bewirtschaftenden Beete entweder  in einem Schachbrettmuster oder in parallelen Reihen angelegt. 

Wege dürfen dabei nicht fehlen, denn sie trennen die einzelnen Beete und ermöglichen gleichzeitig eine gute Begehbarkeit. Diese Wege sollten auch bei Regen gut begehbar sein. Ziegel oder Kies eignet sich hervorragend.

Im Zentrum der Gärten befand sich oft ein Rondell mit einem Brunnen oder einer Statue, oder ein zentrales dekoratives Beet. Urspüngliches Vorbild für die Klostergärten waren die Gärten der Antike. und römischer Villen.

Die Beete waren meist durch Holz, Flechtwerk, Ziegel oder Steine abgetrennt. Teilweise wuchsen wie in Bauerngärten bunte Zierblumen neben nahrhaftem Nutzgemüse.

Auch die Mönche hatten schon Erfahrung mit der Mischkultur und wussten welche Planzen in einem Beet gut miteinander harmonieren. Und welche Pflanzkombinationen Schadinsekten verhalten.

Die Dosis macht das Gift! Manche Heilpflanzen, wie der herzstärkende Fingerhut, sind in geringsten Dosen medizinisch wirksam, aber die Pflanze ist hochgiftig! So hübsch der Fingerhut ist, Sicherheit geht vor. Giftpflanzen gehören nicht in den Küchengarten. 

Auch schwach giftige Blumenzwiebeln von Frühjahrsblühern würde ich wegen der Verwechslungsgefahr mit unseren Küchenzwiebeln nicht in die Beete des  Nutzgarten pflanzen.

Sicher sind auch rohe Bohnen schwach giftig und die oberirdischen Pflanzenteile der Kartoffeln. Das kann man Kindern erklären.


Klostergarten der Comburg

Die Comburg ist eine beeindruckendes Bauwerk mit Gebäuden aus dem 11. bis 18. Jahrhundert. Das ehemalige Kloster liegt auf einem Berg bei Schwäbisch Hall über dem Ortsteil Steinbach.

Heute werden dort Lehrer weitergebildet und in der katholischen Kirche Sankt Nikolaus finden Gottesdienste statt. Die Burganlage kann besichtigt werden und meine Kinder lieben die Wehrgänge durch die Ringmauer und den Ausblick aus den Wehrtürmen. 

Das Benediktinerkloster wurde so angelegt, dass die Mönche relativ autark waren.

"Das Kloster soll, wenn möglich, so angelegt werden, dass sich alles Notwendige, nämlich Wasser, Mühle, Garten, innerhalb des Klosters befindet und die verschiedenen Arten des Handwerks dort ausgeübt werden können"(Benediktregel, Kapitel 66).

Der Klostergarten sollte der Selbstversorgung dienen:

Im Inneren des Klosters wurde in den Burggräben Hühner und anderes Geflügel gehalten, deren Eier ein wichtiger Nahrungsbestandteil waren.  Aber auch Ziegen, deren Milch zur Ernährung der Mönche diente, lebte innerhalb der Burgmauern. 

In anderen Abschnitten der Burggräben wurde Gemüse für die Selbstversorgung gepflegt. 

In Blumenbeeten vor der Kirche  wuchsen Stauden und einjährige Blumen. um das ganze Kirchenjahr hindurch Blütenschmuck für den Altar zu liefern. 

Das besondere Kernstück des Klostergartens war der Heilkräutergarten, der von Mauern geschützt im warmen, windgeschützten Innenhof des Kreuzgangs gedieh. Hier konnten auch mediterrane Arzneipflanzen wachsen.

Die Mönche tauschten europaweit Samen und Pflanzen aus, und auch ihre Erfahrungen mit deren Heilwirkungen. 

Die Medizin der damaligen Zeit kannte noch keine Antibiotika. Die Klostergärten bildeten eine wichtige Grundlage der medizinischen Versorgung der breiten Bevölkerung. 

Inzwischen konnte bei einem Teil der verwendeten Kräutern und Pflanzen auch wissenschaftlich wirksame Inhaltsstoffe nachgewiesen werden, und diese werden auch heute in der modernen Naturmedizin eingesetzt. 

Viele Pflanzen aus den Klostergärten fanden bald ihren Weg in die Küchengärten der Bevölkerung, wie zum Beispiel Dill, Fenchel und Liebstöckel.

Hildedgard von Bingen

Zu den Klostergärten gehört für mich auch immer die Nonne Hildegard von Bingen. (1098 - 1179) Sie hatte hervorragende Kenntnisse über damaliges Heil- und Kräuterwissen. Es gelang ihr durch die Verwendung der volkstümlichen Namen der Pflanzen dieses Wissen der breiten Bevölkerung zugänglich zu machen. Über lange Zeit prägte sie die Volksmedizin.