Iris- Pflanze einer Göttin

07.06.2022

Schwertlilien verzaubern mit ihren wunderschönen Blüten

Ein Höhepunkt des Spätfrühlings im Garten ist die Schwertlilienblüte. Wie ein Regenbogen, in allen Farben leuchtet das Bartirisbeet. Zwischen den eleganten graugrünen Schwertblättern schwebt mehr als ein Meter über dem Erdboten die geheimnisvolle, mehrfarbige Blüte der Schwertlilie. Mit dem bunten Bart sehen die Blüten irgendwie märchenhaft aus und erinnern an einen Mund, der einem etwas zuflüstern will. 


Hier habe ich 

  1. Pflegetips für die hohe Schwertlilie, 
  2. Ein Rezept für ein Rosenpotpourri mit Iriswurzel
  3. Skurriles und Historisches über die Iris

für Euch zusammengestellt.


Pflegetips für hohe Schwertlilien (Iris barata eliator)


1, Was viele nicht wissen: Es gibt keine Blüten, wenn das Rhizom (die Wurzel) keine Sonne bekommt!

  • Also, die Rhizome sollten nicht ganz in den Erdboden eingegraben werden, sondern zur Hälfte bis zu einem Drittel über der Erde liegen,


2. Schwertlilien sind ideale Pflanzen um den Garten an den Klimawandel anzupassen

  • Schwertlilien tolerieren Trockenheit bestens. Sie sind also hervorragend für kommende warme Sommer gerüstet. 

3.Staunässe ist für die Schwertlilien tödlich

  • Staunässe mögen Schwertlilien wirklich nicht. In eher feuchten Bereichen kann man sie erhöht pflanzen (Erde anhäufeln, wie ein Maulwurfshügel und oben die Knollenwurzel (das Rhizom) darauf pflanzen).. Oder zwei Schaufeln Sand unter das Rhizom geben beim Einpflanzen. Gerne mögen Schwertlilien auch ein Kiesbeet.

4, Iris sind Sonnenanbeter

  • Sie brauchen unbedingt ein sonniges Beet (mindestens sechs Sonnenstunden) um üppig zu blühen. 

5. Keine Angst vor Winterkälte. 

  • Die Schwertlilien sind absolut frostresistent.

6. Bartiris haben eine kurze Blütezeit

  • So schön Sie sind, das sollte man bei der Beetgestaltung bedenken: Iris blühen je nach Sorte und Temperatur zwischen Mai und  Juni. Die schönen grau-grünen Schwertblätter schmücken das Beet aber bis in den Herbst.

7. Keine stickstoffreichen Dünger, dafür gerne etwas Kalk

  • Also lieber mit Kompost statt mit Hornspänen düngen und im Frühling ganz vorsichtig wenig Gartenkalk oder Algenkalk über das Beet rieseln lassen  (Wenn ihr leicht sauren, kalkarmen Boden habt,) 

8. Stängel nach der Blüte abschneiden

  • Es sieht einfach hübscher aus, wenn man die Stängel nach der Blüte abschneidet, die schönen Blätter kommen dann schöner zur Geltung.

9. Rhizome teilen

  • Optimaler Weise teilt man die Rhizome alle 3 Jahre, hierzu brich man die Wurzeln an natürlichen Einkerbungen in mindestens 7cm lange Stücke und gräbt die dann zügig wieder ein. Die Teilung nimmt man am besten direkt nach der Blüte vor, dann etwas gießen. Wer wie ich im Herbst teilt, muss mit weniger Blütenfülle rechnen. Insgesamt ist die Staude aber pflegeleicht und kann auch länger an einer Stelle bleiben.



Ein Rezept für ein Rosen-Potpourri mit Iriswurzeln

Für Potpourri werden auch heute noch die Iriswurzeln verwendet. Man gräbt ein möglichst schon drei Jahre altes Rhizom aus, schält es und reibt es fein mit der Küchenreibe. Es duftet zart nach Veilchen und hält den Duft anderer Pflanzen für lange Zeit haltbar (Z.B. Rosen und Lavendel aber auch Kräuterpopouri mit Salbei und Rosmarin). Für ein Rosen Potpourri mischt man Duftrosenblüten mit der geriebenen Iriswurzel durch und lässt beides dann trocknen.



Skurriles und Historisches über die Iris


Iris , im alten Griechenland eine Götterbotin

Sie ist eine Schönheit! Kein Wunder , dass die Iris schon immer als eine göttliche Pflanze galt . In der Antike, bei den alten Griechen war die Göttin Iris die Personifikation des Regenbogens und eine jungfräuliche Götterbotin. 

Iris begleitet in der Mythologie die Seelen über die Regenbogenbrücke in das Reich des ewigen Friedens.

Schwertlilien im alten Rom

Die Römer verwendeten die aromatischen Wurzeln (Rhizome) geschält um Wein zu aromatisieren. Die Iris wird auch "Veilchenwurz" genannt, da die Rhizome ätherische Öle enthalten, die wie Veilchen riechen. 


Verwendung der Bartiris im Mittelalter

Auch im Mittelalter fand sich die Schwertiris wohl in jedem Klostergarten. Kleinen Kindern fertigte man Ketten mit dem getrockneten Rhizom als Zahnungshilfe an. Man schrieb der duftenden Wurzel verschiedene Heilwirkungen zu (Blasenleiden, Menstruationsbeschwerden, Schlaflosigkeit), die sich in unserer Zeit aber nicht wissenschaftlich erhärten ließen. 

Eine ganz besondere "Nebenwirkung"

Beliebt bei den edlen Damen soll auch das aus der Iriswurzel hergestellte Veilchenkonfekt gewesen sein. Da der Duftstoff bei der Verdauung im menschlichen Körper nicht abgebaut wird, führte der Genuss des Veilchenkonfektes auch zu "schicklicheren" Gerüchen auf dem stillen Örtchen.


Die Schwertlilie als Wappenpflanze

Eine stilisierte Schwertlilie fand ihren Weg in das Wappen des französischen Königs (Fleur de Lys) und tauchte dann auch in den Wappen verschiedenen europäischen Adelshäuser auf) Das Blatt sollte wohl ein kampfbereites Schwert symbolisieren und und die Blüte ein reines Herz. 

Neue Züchtungen

Heute gibt es unendlich viele neue Züchtungen der hohen Bartiris. Exquisite Formen, neue Farbkombinationen, gerüschte und gefranste Blütenblätter, ausgefallene neue Farbnuancen. 

Alle Färben des Regenbogens eben.


Ich freue mich sehr über Kommentare, Anregungen, Rückmeldungen, neue Ideen!

Herzliche Grüße

Eure Marion

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