Das Gold des Sommers – Holunderblütengelee selber machen

14.06.2026

Holunderblütengelee selber machen – mein Lieblingsrezept für den Frühsommer

Früher stand bei uns fast jeden Morgen Marmelade auf dem Frühstückstisch. Heute esse ich deutlich weniger Zucker als noch vor einigen Jahren. Statt süßer Brötchen gibt es meist ein kräftiges Vollkorn- oder Körnerbrot, frisches Obst, Nüsse und andere ballaststoffreiche Lebensmittel.

Und trotzdem gibt es diese besonderen Genussmomente, auf die ich nicht verzichten möchte.

Eine Scheibe frisches Körnerbrot. Darauf eine dünne Schicht  Frischkäse. Und darüber ein Löffel selbstgemachtes Holunderblütengelee.

Nicht dick aufgetragen, sondern gerade so viel, dass sich das feine Aroma entfalten kann.

Für mich ist das ein kleines Stück Luxus im Alltag.

Vielleicht liebe ich selbstgemachtes Gelee deshalb so sehr. Es enthält keine künstlichen Aromen, keine Farbstoffe und keine geheimnisvollen Zutaten. Nur Holunderblüten, Zitrone, etwas Zucker und Zeit.

Außerdem lernen Kinder auf diese Weise von klein auf, wie echte Lebensmittel schmecken. Sie erleben, dass Erdbeeren nach Erdbeeren schmecken dürfen und Holunder nach Holunder. Dass Genuss nicht aus der Tüte kommen muss, sondern direkt aus dem Garten.

Genau deshalb gehört dieses Holunderblütengelee für mich jedes Jahr zum Frühsommer dazu.

Zutaten für etwa 6 Gläser

  • 25 frische Holunderblütendolden
  • 1 Liter Wasser
  • Saft von 2 Bio-Zitronen
  • 500 ml naturtrüber Apfelsaft (optional, siehe Varianten)
  • 500 g Gelierzucker 2:1

Zubereitung

1. Holunderblüten ernten

Ernte die Holunderblüten an einem trockenen, sonnigen Tag.

Die Dolden sollten vollständig geöffnet sein und intensiv duften.

Zu Hause die dicken grünen Stiele entfernen.

2. Blüten ansetzen

Die Holunderblüten in einen großen Topf geben.

Mit Wasser und Zitronensaft übergießen.

Den Deckel aufsetzen und die Mischung für etwa 24 Stunden an einem kühlen Ort ziehen lassen.

In dieser Zeit geben die Blüten ihr feines Aroma an die Flüssigkeit ab.

3. Flüssigkeit abseihen

Am nächsten Tag die Flüssigkeit durch ein feines Sieb gießen.

Wer ein besonders klares Gelee möchte, kann zusätzlich ein sauberes Geschirrtuch oder Mulltuch verwenden.

4. Gelee kochen

Die aromatische Flüssigkeit in einen großen Topf geben.

Den Gelierzucker einrühren.

Unter ständigem Rühren zum Kochen bringen.

Sobald die Masse sprudelnd kocht, etwa vier bis fünf Minuten weiterkochen lassen.

5. Gelierprobe machen

Einen kleinen Löffel Gelee auf einen kalten Teller geben.

Wird die Masse nach kurzer Zeit fest, ist das Gelee fertig.

Falls nicht, noch ein bis zwei Minuten weiterkochen.

6. Abfüllen

Das heiße Gelee sofort in saubere Gläser füllen.

Die Gläser verschließen und auskühlen lassen.

Mein Geheimtipp

Holunderblüten möglichst nicht waschen.

Auf den Blüten sitzt ein feiner Blütenstaub, der einen großen Teil des Aromas enthält. Beim Waschen geht davon viel verloren.

Ich schüttle die Dolden deshalb nur vorsichtig aus.

Verwendet dafür möglichst Blüten aus dem eigenen Garten oder von unbelasteten Standorten fernab viel befahrener Straßen.

Meine Lieblingsvarianten

Holunderblüten-Vanille-Gelee

Eine halbe Vanilleschote während des Kochens mitziehen lassen.

Die Vanille unterstützt das Blütenaroma wunderbar, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Rosenzauber-Gelee

Einige ungespritzte Duftrosenblätter zusammen mit den Holunderblüten ziehen lassen.

Ein herrlich romantischer Sommergeschmack.

Holunderblütengelee mit Zitronenthymian

Mein persönlicher Geheimfavorit.

Zwei bis drei kleine Zweige Zitronenthymian dürfen zusammen mit den Holunderblüten ziehen.

Das Ergebnis schmeckt überraschend frisch und elegant.

Wozu passt Holunderblütengelee?

  • auf frischem Körnerbrot mit Frischkäse
  • zu Naturjoghurt
  • auf warmem Hefezopf
  • zu Scones
  • auf Croissants
  • als feine Note in Desserts
  • zum Glasieren von Erdbeeren
  • zu Käseplatten
  • als besondere Zutat für Antipasti

Ein Glas voller Sommer

Wenn ich im Winter ein Glas Holunderblütengelee öffne, genügt oft schon der erste Duft, um mich zurück in den Juni zu versetzen.

Plötzlich sehe ich wieder die weißen Blütendolden vor mir, höre die Bienen summen und erinnere mich an warme Nachmittage im Garten.

Vielleicht ist genau das das Schönste am Einkochen: Man bewahrt nicht nur Lebensmittel auf. Man bewahrt Erinnerungen.

Wenn Ihr noch mehr Holunderrezepte entdecken möchtet, schaut gerne in meinen großen Artikel:

Holunderzeit im Naturgarten – die schönsten Rezepte mit Holunderblüten und Holunderbeeren

Und jetzt bin ich neugierig:

Esst Ihr noch Marmelade zum Frühstück oder greift Ihr inzwischen auch seltener zu süßen Aufstrichen?

Habt Ihr schon einmal Holunderblütengelee gekocht? Welche Variante würde Euch am meisten reizen – Vanille, Rosenblüten oder Zitronenthymian?

Schreibt mir gerne unten in die Kommentare. Ich freue mich auf Eure Erfahrungen, Erinnerungen und Lieblingsrezepte rund um die Holunderzeit.

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