Beetplanung im Gemüsegarten: So erstellst du deinen Pflanzplan
So planst du deinen Gemüsegarten Schritt für Schritt
(und hast jedes Jahr weniger Arbeit)
Irgendwann kommt im Winter oder im zeitigen Frühjahr dieser Moment:
Die Wintersonne fühlt sich ein kleines bisschen wärmer an, die ersten Schneeglöckchen und Krokusse kündigen das kommende Gartenjahr an.
Du blätterst durch Saatgutkataloge, siehst schöne Beete auf Instagram –
und denkst: Dieses Jahr will ich es richtig machen.
Genau hier setzt die Beetplanung an.
Nicht als starres Regelwerk, sondern als klarer Plan, der dich durchs Gartenjahr trägt –
und dir im nächsten Jahr Arbeit abnimmt.
Ein guter Beetplan hilft dir, genau das Gemüse zu ernten,
das du und deine Familie wirklich gern esst.
Er sorgt dafür, dass Pflanzen, die sich gegenseitig unterstützen, nebeneinander wachsen
und dass jedes Beet durch den jährlichen Wechsel den richtigen Nährstoffgehalt behält.
Das macht deinen Gemüsegarten erstaunlich pflegeleicht.
In diesem Beitrag zeige ich dir Schritt für Schritt,
wie du deine Beete ausmisst und aufzeichnest,
wie du Dauerbepflanzungen fest einplanst,
wie Fruchtfolge und Mischkultur deinen Pflanzplan vereinfachen,
und wie du entscheidest, was du selbst säst – und wo du es dir mit Jungpflanzen bewusst leicht machst.
So wird dein Gemüsegarten übersichtlich und macht Freude.
Und die Zeit, die du in deinen Beetplan investierst, zahlt sich aus:
Plötzlich wachsen deine Pflanzen einfach besser –
und du merkst, wie viel entspannter Gärtnern sein kann. 🌱

🌱 Warum du deinen Gemüsegarten jedes Jahr planen solltest
Ich zeige dir die Beetplanung ganz konkret anhand meines eigenen Gemüsegartens.
Ich nehme dich dieses Jahr Schritt für Schritt mit – von den ersten Skizzen bis zum fertigen Pflanzplan.
So kannst du alles direkt auf deinen eigenen Garten übertragen, egal ob er groß oder klein ist.
Der wichtigste Grund für einen Beetplan ist dabei ganz simpel: Fruchtfolge.
Wenn du weißt,
was in diesem Jahr wo wächst
und was im letzten Jahr auf dem Beet stand
dann weißt du im nächsten Jahr fast automatisch,
welches Beet weiterwandert.
Ohne Grübeln.
Ohne jedes Frühjahr neu anzufangen.
Ein Beetplan ist kein Projekt für Perfektionistinnen.
Er ist ein Werkzeug für Menschen mit wenig Zeit –
und für Gärtnerinnen, die ihren Gemüsegarten Jahr für Jahr entspannter werden lassen möchten. 🌱
✏️ Schritt 1: Beete ausmessen – einmal richtig
Bevor du planst, brauchst du einen Überblick.
Miss die Größe deiner Beete aus
Notiere dir Länge und Breite
Auch Hochbeete, Kübel oder feste Pflanzflächen zählen mit
💡 Tipp aus der Praxis:
Quadratische oder rechteckige Beete (z. B. 1,20 × 1,20 m) lassen sich besonders gut planen und von allen Seiten erreichen.
Diese Arbeit machst du einmal –
und kannst sie jedes Jahr wiederverwenden.

Das ist mein Gemüsegarten. Er besteht aus 12 Beeten, die je 1,2 x 1,2 Meter groß sind.
Schritt 2: Beete aufzeichnen – analog oder digital
Jetzt kommt der Stift ins Spiel.
Du kannst:
Millimeterpapier verwenden
oder ein einfaches Zeichenprogramm
Zeichne deine Beete maßstabsgetreu auf (z. B. 1:10).
Sechs Beete passen gut auf ein DIN-A4-Blatt.
Das ist dein Rohplan.
Kopiere ihn – er wird dein Begleiter für viele Jahre.
Beschrifte jede Kopie mit dem Jahr.
So kannst du später zurückblättern und sehen,
was wo gewachsen ist.
Das ist mein Rohplan.

🌿 Schritt 3: Dauerbepflanzung einzeichnen
Nicht alles im Garten wandert.
Zu den typischen Dauerbepflanzungen gehören:
Erdbeeren (meist 3 Jahre am gleichen Platz)
Rhabarber
Spargel
Kräuterbeete
Minze (am liebsten ganz für sich)
Diese Beete werden fest markiert –
z. B. mit einer eigenen Farbe.
Sie nehmen nicht an der Fruchtfolge teil,
müssen aber beim Planen berücksichtigt werden.

Bei mir gibt es zwei dauerhafte Kräuterbeete, Rhabarber, der an der gleichen Stelle bleibt und ein Erdbeerbeet, dass drei Jahre am selben Platz bleibt. Auch ein Spargelbeet wäre eine Dauerbepflanzung.
🔄 Schritt 4: Beete nach Fruchtfolge einteilen
Jetzt kommt das Grundgerüst:
Teile deine verbleibenden Beete ein in:
Starkzehrer
Mittelzehrer
Schwachzehrer
Gründüngung / Pause
Du kannst dafür Farben verwenden:
Rot = Starkzehrer
Gelb = Mittelzehrer
Grün = Schwachzehrer
Blau = Ruhe / Gründüngung
So siehst du auf einen Blick:
Wie sich dein Garten im nächsten Jahr drehen wird.

🥕 Schritt 5: Was willst du wirklich anbauen?
Jetzt kommt eine der wichtigsten Fragen –
und eine der ehrlichsten.
Nicht:
Was wäre schön?
Sondern:
👉 Was esst ihr wirklich?
Schreib dir auf:
Lieblingsgemüse
Gemüse für den Alltag
1–2 neue Dinge zum Ausprobieren ( wie blauer Grünkohl für Smoothies, oder weiß-rote Bohnen zum Trocknen oder den uralten Erdbeerspinat (der kein Spinat ist).
Ja, Rote Bete sind ein total fotogenes Gemüse, sie sehen fantastisch in jedem Erntekorb aus. Aber was nützt das, wenn keiner sie dann isst?
🧩 Schritt 6: Gemüse sinnvoll in die Beete puzzelnJetzt fügst du alles zusammen, was du dir bisher erarbeitet hast:
Fruchtfolge (Stark-, Mittel-, Schwachzehrer)
Mischkultur (gute Nachbarschaften)
deine persönlichen Vorlieben
1️⃣ Gemüse den richtigen Beeten zuordnen
Ordne dein Gemüse zuerst den passenden Beetgruppen zu:
Starkzehrer
Mittelzehrer
Schwachzehrer
So stellst du sicher, dass jede Pflanze genau die Nährstoffe vorfindet, die sie braucht.
Bei mir sieht das grob so aus:
Starkzehrer 1: Alle Kohlsorten und Radieschen und Ruccola
Starkzehrer 2: Zucchini, Kürbisse, Tomaten, Paprika
Mittelzehrer 3: Zwiebel und Möhre und Lauch
Mittelzehrer 4: Salate und so
Schwachzehrer 5: Buschbohnen und Stangenbohne
Schwachzehrer 6: Erbsen, Zuckerschoten, Mangold
Brache 7: Klee
Brache 8: Phacelia
Dazwischen wachsen bei mir noch einige Kräuter, und wo Platz ist Salat..
2️⃣ Auf gute Nachbarschaften achten
Im nächsten Schritt schaust du dir an, welche Pflanzen gut miteinander auskommen.
Dafür ist eine Mischkulturtabelle sehr hilfreich. Sie zeigt dir,
wer sich unterstützt – und wer sich lieber aus dem Weg gehen sollte.
💡 Tipp für Anfängerinnen:
Du musst hier nicht alles selbst erfinden.
Du kannst dich ganz entspannt orientieren an:
fertigen Beetplänen
oder meinen 12 Beetideen aus dem Hub-Artikel
Diese Kombinationen haben sich in meinem Garten bewährt.
Natürlich ist jeder Garten anders – Klima, Boden und Lage spielen immer mit hinein.
Deshalb lohnt es sich auch, mit den Gartennachbarn zu sprechen:
Welche Sorten wachsen dort besonders gut?
Welche Kombinationen funktionieren zuverlässig?
Vielleicht bekommst du sogar Saatgut oder Ableger geschenkt.
3️⃣ Reihenabstände grob einplanen
Für den Pflanzplan reichen grobe Richtwerte völlig aus:
ca. 30 cm für Salat, Möhren und Zwiebeln
ca. 45 cm für Kohl und Tomaten
Zucchini & Kürbis: großzügig planen – sie brauchen viel Platz
Perfekt muss es nicht sein.
Wichtig ist, dass die Pflanzen genug Raum haben, um gesund zu wachsen.

🌱 Schritt 7: Saatgut oder Jungpflanzen?
Überlege dir auch, ob du Gemüse wie Lauch oder Kohl oder Tomaten im Haus vorziehen willst, oder ob du später Jungpflanzen kaufen möchtest. In meiner Stadt kann man Bio-Gemüsejungpflanzen vorbestellen. Aber auch übers Internet kannst du dir Biogemüsepflanzen vorbestellen. Ich finde hier darfst du es dir leicht machen.
Direktsaat lohnt sich bei:
Möhren
Radieschen
Erbsen & Bohnen
Spinat
Salaten
Vorgezogene Pflanzen sparen Zeit bei:
Tomaten
Paprika
Auberginen
Kohl
Lauch
Salat
Zucchini
Gerade mit Kindern oder wenig Zeit sind Jungpflanzen kein Betrug,
sondern eine kluge Abkürzung.

📝 Schritt 8: Saatgut bestellen & Termine notieren
Wenn dein Plan steht:
bestelle Saatgut (gern Bio & samenfest)
notiere dir die Aussaatzeiten direkt auf deiner Gemüseliste
So weißt du im Frühjahr:
Was jetzt dran ist – und was noch warten darf.
Noch eine kleine Anregung: Warum nicht Bio-Saatgut mit alten Sorten testen? Alte Sorten sind oft besonders robust, man kann wenig falsch machen.
Außerdem sind alte Sorten fast immer samenfest, du kannst damit deine eigenen Samen gewinnen.
Trage doch beim Bestellen auf deiner Liste auch immer gleich die genaue Sorte ein.
Also: Blumenkohl; Erfurter Zwerg; (Aussat Fensterbank Februar oder draußen Juni).

🌼 Dein Plan ist fertig – und arbeitet für dich
Super! Du hast deinen Pflanzplan fertig und kannst dich jetzt schon auf die Ernte freuen (und auf die Abenteuer zwischendrin!).
Im nächsten Jahr:
wandern die Starkzehrer weiter auf das Beet, wo diese Jahr Gründüngung wächst.
Mittelzehrer ziehen nächstes Jahr auf das diesjährige Starkzehrerbeet - und Schwachzehrer auf das Mittelzehrerbeet
der Plan bleibt – nur die Beete drehen sich
Du passt Kleinigkeiten an.
Aber das Grundsystem steht.
Einmal gedacht.
Viele Jahre genutzt.
Und genau so wird Beetplanung:
nicht zur Extraarbeit – sondern zur Erleichterung.
👉 Zurück zur Beetplanung im Gemüsegarten (Hub)
Dort findest du alle Grundlagen und die 12 pflegeleichten Beetideen, die genau nach diesem Prinzip aufgebaut sind. Und die du einfach nachpflanzen kannst.
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