Beetplan für das Gemüsebeet erstellen

01.11.2023

Der Gemüsegarten kümmert sich auch passabel um sich selber, wenn du einen Plan hast. Wenn nicht: Hier ist der Plan!

Mit diesem Plan für deine Gemüsebeete wird der Küchengarten pflegeleicht!

Klar, gießen, pflanzen und ernten musst du trotzdem. Aber mit einem ausgeklügelten Fruchtwechsel und einer Mischkultur, bei der Freunde, die sich helfen nebeneinandersitzen, brauchst du dir ansonsten wenig Gedanken machen.

Hier gibt es ganz kurz etwas zu der dahintersteckenden Theorie und dann eine ganz genaue Anleitung für Gemüsegartenanfänger, wie man die perfekten Beete plant, die sich um sich selbst kümmern, während wir im Liegestuhl liegen.


Hier habe ich folgende Themen:

  • Warum funktioniert die Vier-Felder-Wirtschaft so unglaublich gut?

  • Was ist der fantastische Trick der Mischkultur?

  • Wie plane ich meinen pflegeleichten Gemüsegarten (Mit Schritt-für -Schritt-Anleitung!)


Warum funktioniert die Vier-Felder-Wirtschaft so unglaublich gut?

Der sesshafte Mensch muss Bodenpflege betreiben

Seitdem die Menschen sesshaft sind, müssen sie Bodenpflege betreiben, damit die Felder Jahr für Jahr und über Generationen ertragreich bleiben. 

Schon im Mittelalter gab es eine vorgeschriebene Drei-Felder-Wirtschaft, bei der ein Feld alle drei Jahre brach lag und als Viehweide diente. Der Kot der Tiere war nährstoffreicher Dünger.

Auch in unseren Küchengärten ernten wir kräftigeres und gesünderes Gemüse, wenn wir eine Fruchtfolge beachten und den Beeten alle vier Jahre Ruhe (und eine Gründüngung) gönnen. 

Keine Chance für die Kohlhernie und andere Schädlinge

Durch die Fruchtfolge auf den Beeten treten seltener Pflanzenkrankheiten auf. 

Die Kohlhernie zum Beispiel wird durch den Schleimpilz Plasmodiophora brasicae verursacht. Sie kann alle Kohlarten befallen, die Pflanzen kümmern dann oder gehen ein. 

Bei den wärmer werdenden Temperaturen ist noch etwas mehr mit ihr zu rechnen. 

Wenn wir nur alle vier Jahre Kreuzblütler auf dem gleichen Beet anbauen, kann der Pilz unser Gemüse nicht schädigen. 

Vorsicht: Zu den Kreuzblütlern gehören alle Kohlsorten, aber auch Radieschen, Rettich, Pak Choi, Steckrübe, Kresse, Raps und Rauke (Ruccola).

Wie funktionier die Vier-Felder-Wirtschaft?

Bei der Vier-Felder-Wirtschaft werden die Beete alle vier Jahre nach der Gründüngung mit viel Kompost, Rinderdungpellets, Urgesteinsmehl und eventuell Holzasche revitalisiert. 

Dann wachsen über drei Jahre Pflanzen in einer festen Reihenfolge auf den Beeten. So wird gewährleistet, dass dein Gemüse den optimalen Gartenboden mit dem richtigen Nährstoffgehalt vorfindet. 

Du erntest knackiges Gemüse mit bestem Gartenaroma und wunderst dich, warum bei dir alles so schön und von alleine wächst. Klingt gut, oder?


Mischkultur statt Monokultur

Gemüsepflanzen wachsen besser, wenn sie "gute" Nachbarn haben. Vielleicht ist euch auch schon einmal aufgefallen, dass manche Kombinationen einfach nicht funktionieren! Petersilie ist zum Beispiel kein guter Partner von Salat. Der Kopf in der Reihe neben der Petersilie bleibt immer kleiner.

Viele Gärtner haben in tausenden von Versuchen ihre Erfahrungen aufgeschrieben. Die Mönche waren mit die ersten die schlaue Pflanzpläne hatten und wussten welche Gemüspartner harmonieren und welche sich stören

Um zu wissen, was zusammen passt gibt es inzwischen Mischkultur-Tabellen (Siehe Link ). Es lohnt sich sehr hier einen Blick hineinzuwerfen, wenn man sich überlegt, was im Beet nebeneinander wachsen soll.

Diese Arbeit lohnt sich. Die Mischkultur, also verschiedenes Gemüse im Beet nebeneinander, bringt viel besseres Wachstum als eine Monokultur. 

Ein nicht geringer Anteil des Pflanzenwachstums unter der Erde statt, wo wir es nicht sehen können. Auch hier wachsen die Pflanzen deutlich besser, wenn die Chemie miteinander stimmt. 

Geruchsstoffe der oberirdischen Pflanzenteile können Insekten fernhalten. In einer Mischkultur haben Schädlinge weniger Chancen sich breit zu machen. Es wächst ja in jeder Reihe ein anderes Gemüse.

In der privaten Gartenwirtschaft wird meistens mit einer Vier-Felder-Wirtschaft gearbeitet: In einem Beet wachsen im ersten Jahr die Starkzehrer (wie Kohl und Zucchini), dann Mittelzehrer (wie Möhren, Zwiebeln, rote Beete und Salat), und im letzten Jahr die Schwachzehrer (wie Erbsen und Bohnen). 

Im vierten Jahr wird eine Gründüngung eingesät (oder mehrere) und dann wird das Beet  wieder fit für die Starkzehrer gemacht.


Wie plane ich meinen pflegeleichten Gemüsegarten ? (Mit Schritt-für -Schritt-Anleitung!)

Die Beetplanung macht man am besten im Winter. 

Die Arbeit habe ich mir einmal ausführlich gemacht und getüftelt. Und seither gibt es bei meinem Anbauplan nur geringe Veränderungen. Es lohnt sich also sich einmal Gedanken zu machen.

Für die Beetplanung benötigst du:

  • Gemüsegartenordner (je nachdem, wie du arbeitest einen echten Din-A4 Heft-Ordner oder in deinem Computer einen digitalen Gartenordner mit einem Beetplanungsunterordner)
  • Milimeterpapier oder ein Zeichenprogramm
  • Ein dicken schwarzen Filzstift, Kugelschreiber, Bleistift, Buntstifte (alternativ das gute Zeichenprogramm).

  • Meterstab zum Gemüsegarten ausmessen
  • Lineal
  • Mischkulturtabelle

1. Gemüsebeete ausmessen

Als allererstes betätigen wir uns messtechnisch: Wir messen die Größe der Beete aus. Dann werden die Beete in einem Maßstab von ungefähr 1: 10 auf Millimeterpapier übertragen. 

Unser Gemüsegarten besteht aus 12 quadtratischen Beeten. Die Beete sind viereckig 1,20 x 1,20m groß und damit von allen Seiten trocken zu erreichen und gut zu bearbeiten. 

Damit sechs Beete auf ein Din-A4-Papier passen, zeichne ich jedes Beet mit einer Seitenlänge von 9 cm.

Die Beetgrenzen markiere ich mit dem Lineal und dem schwarzen dicken Filzstift. Das ist mein Rohplan, den ich kopiere und dann jedes Jahr wieder verwende. Also gut abheften.

Die erste Kopie wird unser Beetplan für das kommende Jahr und wird Gemüsebeetplan für (aktuelles Jahr) beschriftet.

2. Dauerbepflanzung markieren

Als zweites wird eingezeichnet, ob in den Beeten eine Dauerbepflanzung wächst, die nicht wechselt. 

Bei mir gibt es zwei dauerhafte Kräuterbeete, Rhabarber, der an der gleichen Stelle bleibt und ein Erdbeerbeet, dass drei Jahre am selben Platz bleibt. Auch ein Spargelbeet wäre eine Dauerbepflanzung. 

Die Beete mit der Dauerbepflanzung erhalten bei mir einen braunen Hintergrund und ich trage den Bewuchs mit Kugelschreiber ein.

3. Beeteinteilung festlegen

Der verbleibende Platz im Beet wird in vier gleich große Bereiche eingeteilt.

Ein Bereich wird als Starkzehrer markiert (und mit rotem Buntstift gekennzeichnet). Die Mittelzehrer werden bei mir gelb markiert. Die Schwachzehrer erhalten einen grünen Hintergrund. Die brachliegende Fläche färbe ich blau. Bei mir ergeben sich für jede der vier Gruppen je zwei Beete.

4. Was willst du anbauen?

Jetzt wird überlegt, und auf einem gesonderten Blatt aufgeschrieben, was denn angebaut werden soll.

Ja, Rote Bete sind ein total fotogenes Gemüse, sie sehen fantastisch in jedem Erntekorb aus. Aber was nützt das, wenn keiner sie dann ist?

Schreibt Gemüse auf, dass ihr gerne esst und vielleicht ein oder zwei neue Versuchskaninchen, wie blauer Grünkohl für Smoothies, oder weiß-rote Bohnen zum Trocknen oder den uralten Erdbeerspinat (der kein Spinat ist).

5. Gemüse in den Beetplan puzzeln

Das ist jetzt der komplizierteste Teil: Wir puzzeln unser Gemüse in die entsprechende Farbgruppe und suchen uns günstige Nachbarn. 

Für Anfänger ist es oft hilfreich sich an einem fertigen Plan zu orientieren. Ihr könnt unseren Plan als Vorbild nehmen und leicht abändern. 

Im Internet findet ihr aber viele gut ausgetüfftelte fertige Beetpläne, da ist bestimmt auch einer dabei, der euren Vorlieben sehr nahekommt.

Bei mir sieht das grob so aus:

  • Starkzehrer 1: Alle Kohlsorten und Radieschen und Ruccola

  • Starkzehrer 2: Zucchini, Kürbisse, Tomaten, Paprika

  • Mittelzehrer 3: Zwiebel und Möhre und Lauch

  • Mittelzehrer 4: Salate und so

  • Schwachzehrer 5: Buschbohnen und Stangenbohne

  • Schwachzehrer 6: Erbsen, Zuckerschoten, Fenchel

  • Brache 7: Klee danach Phacelia

  • Brache 8: Klee danach Phacelia

Dazwischen wachsen bei mir noch einige Kräuter, und wo Platz ist Salat..

Im Plan wird jetzt eingetragen, in welchem Beet welches Gemüse wo wachsen soll. 

Ich arbeite meist mit einem Reihenabstand von 30 cm. Kohl und Tomaten benötigen 45 Zentimeter. Zucchini werden riesig!

6. Saatgut bestellen und Aussaattermin aufschreiben

Wenn ihr euer Lieblingsgemüse aufgeschrieben habt, dann ist ein guter Zeitpunkt auch das Saatgut zu bestellen. 

Warum nicht Bio-Saatgut mit alten Sorten testen? Alte Sorten sind oft besonders robust, man kann wenig falsch machen. 

Außerdem sind alte Sorten fast immer samenfest, du kannst damit deine eigenen Samen gewinnen. 

Trage beim Bestellen auf deiner Gemüsefavoritenliste auch immer gleich die genaue Sorte ein, und den empfohlenen Aussaattermin.

Also: Blumenkohl; Erfurter Zwerg; (Aussat Fensterbank Februar oder draußen Juni).


Dein Pflanzplan ist fertig!

Super! Du hast deinen Pflanzplan fertig und kannst dich jetzt schon auf die Ernte freuen (und auf die Abenteuer zwischendrin!). 

Nächstes Jahr gibt es nur kleine Änderungen: Die Starkzehrer säst du nächstes Jahr auf das Beet, wo dieses Jahr die Gründüngung wächst, und auf dem Beet der Starkzehrer wachsen nächstes Jahr die Mittelzehrer und so weiter. 

An der Beetaufteilung nimmst du nur die kleinen Änderungen nach deinen aktuellen Vorlieben vor. 

So sieht mein Plan aus:

  • Starkzehrer I: Kohlbeet (Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli) Radieschen, Palmkohl, Romanesco, Rosenkohl, Koriander, Dill. Danach im Herbst Asiasalate, Chicoree (nach Kohlrabi), Grünkohl, Ruccola, Pflücksalate
  • Starkzehrer II: Zucchini, Kürbis, Gurke mit Borretsch, Aubergine, Paprika, Sellerie, Ringelblume
  • Mittelzehrer I: Karotten, Majoran, Zwiebel, Lauch, Schwarzkümmel
  • Mittelzehrer II: Rote Bete, Kopfsalat, Spinat, Erdbeerspinat, Pflücksalat, Kerbel, Kamille, Sommer: Mangold, Herbst: Pflücksalat
  • Schwachzehrer I; Zuckerschoten, Erbsen und Fenchel
  • Schwachzehrer II: Frühjahr; Spinat und Radieschen,Buschbohnen, Stangenbohnen, einjähriges,Bohnenkraut
  • Dauerbepflanzung I: Erdbeeren
  • Dauerbepflanzung II: Rhabarber
  • Gründüngung: Rotklee, Tagetes, Phacelia 

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