Pflanztöpfe für die Anzucht: Papier, Plastik oder Schale?

11.01.2026
Welche Anzuchtgefäße wirklich Sinn machen (und welche dir Arbeit sparen)

Es klingt nach einer Kleinigkeit.
Fast nebensächlich.

Und doch entscheidet diese Frage erstaunlich oft darüber,
ob Gemüseanzucht Spaß macht – oder Nerven kostet:

👉 Worin ziehe ich meine Pflanzen eigentlich vor?

Plastikschalen?
Einzelne Töpfe?
Oder doch die berühmten Zeitungstöpfchen?

Ich habe über die Jahre alles ausprobiert.
Mit Begeisterung, Frust, umgekippten Keimlingen –
und am Ende mit einer sehr entspannten Erkenntnis:

💚 Es gibt nicht das eine richtige Gefäß.
Aber es gibt Gefäße, die zu deinem Alltag passen – und andere nicht.

🌱 Warum das Anzuchtgefäß wichtiger ist, als man denkt

In den ersten Wochen entscheidet sich,
ob eine Pflanze:

  • stabile Wurzeln bildet

  • gleichmäßig wächst

  • oder von Anfang an gestresst ist

Das Anzuchtgefäß beeinflusst:

  • Feuchtigkeit

  • Luft an den Wurzeln

  • Umpflanz-Stress

  • und deinen eigenen Pflegeaufwand

👉 Deshalb lohnt es sich, hier bewusst zu wählen.

🟤 Plastik-Anzuchtschalen – praktisch und kontrollierbar

Das sind die klassischen Multitopfplatten oder Anzuchtschalen aus Kunststoff.

✅ Vorteile

  • sehr gleichmäßige Bedingungen

  • ideal für viele Pflanzen auf wenig Platz

  • gut stapelbar

  • langlebig (wenn du sie mehrere Jahre nutzt)

❌ Nachteile

  • Plastik

  • Umpflanzen ist immer nötig

  • Staunässe möglich, wenn man zu gut meint

👉 Gut geeignet für dich, wenn:

  • du viele Pflanzen gleichzeitig vorziehst

  • wenig Zeit hast

  • klare, übersichtliche Abläufe magst

💡 Tipp aus der Praxis:
Achte auf Abzugslöcher – sie sind wichtiger als das Material.

📰 Pflanztöpfe aus Zeitungspapier – leise nachhaltig

Zeitungstöpfe wirken auf den ersten Blick fast zu simpel.
Und genau das ist ihre Stärke.

✅ Vorteile

  • plastikfrei

  • günstig

  • kompostierbar

  • Pflanzen können mit Topf ins Beet gesetzt werden

  • weniger Wurzelstress

❌ Nachteile

  • trocknen schneller aus

  • nicht für sehr lange Standzeiten geeignet

👉 Perfekt für dich, wenn:

  • du nachhaltig gärtnern möchtest

  • eher wenige Pflanzen vorziehst

  • Kinder mitmachen

  • du das Umpflanzen möglichst sanft halten willst

Ich liebe Zeitungstöpfe für:

  • Salat

  • Kohl

  • Tomaten

  • Zucchini & Kürbis

🌿 Ein kleiner Aha-Moment

Seit ich Papiertöpfe nutze,
kippen mir deutlich weniger Jungpflanzen um.

Warum?

👉 Weil die Wurzeln nicht abrupt stoppen,
sondern Luft bekommen
und sich langsam an den nächsten Schritt gewöhnen.

🧺 Einzeltöpfe – der Mittelweg

Klassische Blumentöpfe (z. B. 8–12 cm Durchmesser) sind ein guter Kompromiss.

✅ Vorteile

  • mehr Platz für die Wurzeln

  • längere Standzeit möglich

  • weniger häufiges Umtopfen

❌ Nachteile

  • brauchen mehr Platz

  • meist aus Plastik

👉 Ideal für:

  • Tomaten

  • Paprika

  • Auberginen

  • Pflanzen, die länger im Haus bleiben

🌱 Und was ist mit Anzuchtschalen ohne einzelne Zellen?

Diese flachen Schalen eignen sich für:

  • sehr feines Saatgut

  • Kräuter

  • Pflanzen, die später pikiert werden

👉 Aber:
Sie erfordern mehr Erfahrung,
weil die Jungpflanzen später vereinzelt werden müssen.

Für Anfänger:innen sind Einzeltöpfe oder Multitopfplatten entspannter.

🌍 Nachhaltig UND alltagstauglich – kein Widerspruch

Ein wichtiger Gedanke aus dem Naturgarten:

Nachhaltigkeit heißt nicht Perfektion.
Sondern gute Lösungen, die wirklich genutzt werden.

👉 Eine Plastikschale, die du 10 Jahre verwendest,
ist nachhaltiger als perfekt gedachte Alternativen, die im Keller liegen.

💚 Mein Fazit

Frage dich nicht:
Was ist das Beste?

Sondern:
Was passt zu meinem Alltag?

  • wenig Zeit → Plastikschalen

  • Lust auf Basteln → Zeitungstöpfe

  • lange Standzeit → Einzeltöpfe

Wenn das Gefäß zu dir passt,
fühlt sich Gemüseanzucht leicht an.

Und genau so soll sie sein. 🌱

👉 Weiterlesen in der Serie:
Gemüse im Haus vorziehen – Schritt-für-Schritt-Anleitung
Als Nächstes:

  • Samen richtig säen

  • Keimtemperatur verstehen

  • Feuchtigkeit & Mini-Gewächshaus

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