Höhenunterschiede im Naturgarten- wie Ebenen den Garten lebendig machen

08.09.2025
Warum Ebenen, Senken und kleine Hügel den Garten lebendiger, pflegeleichter und familienfreundlicher machen

Höhenunterschiede sind eines der wirkungsvollsten Gestaltungsmittel im Naturgarten – und gleichzeitig eines der unterschätztesten.
Sie bringen Struktur, schaffen geschützte Räume, verbessern das Mikroklima und machen den Garten spannender – für Pflanzen, Erwachsene und Kinder.

Und das Beste:
Viele Höhenunterschiede entstehen ganz nebenbei – mit Erde, die sowieso da ist.

Wenn alles flach ist: Höhen selbst schaffen (unser mediterranes Beet)

Unser Garten war ursprünglich so eben wie ein Fußballplatz.

Von der erhöhten Terrasse einmal abgesehen: eine große, flache Rasenfläche – allerdings eher "vertrocknet nach Sommerpause" als saftig grüne Champions-League-Qualität.

Meine Mutter liebt englische Gärten.
Als wir kurz nach dem Einzug am Geländer der Terrasse lehnten und auf diese flache Weite blickten, sagte sie nur einen Satz:

"Ein Garten braucht Höhen und Tiefen.
Sonst bleibt er flach – im wahrsten Sinne."

Damals klang das für mich erst einmal … anstrengend.
Mehr Arbeit, mehr Erde, mehr Chaos?

Heute weiß ich:
Sie hatte vollkommen recht.

Höhenunterschiede machen einen der größten Unterschiede in der Wirkung eines Gartens.
Sie sind ein echter Geheimtipp.

Denn durch Höhenunterschiede entstehen:

  • versteckte Plätzchen

  • geschützte Ecken

  • Räume im Garten – statt nur Fläche

Und weißt du was?
Gerade kleine Gärten profitieren enorm von Höhenunterschieden. Sie wirken größer, spannender, lebendiger. Schon ein kleiner Hügel, eine sanfte Senke oder ein erhöhter Sitzplatz schaffen Tiefe, ohne viel Platz zu brauchen.

Also mussten wir selbst zur Schaufel greifen.

Mediterranes Beet aus Kompost

Für unsere mediterrane Ecke haben wir:

  • den Kompost von drei Gartenjahren aufgeschüttet

  • zusätzlich etwas Mutterboden aus einem anderen Garten bekommen

So entstand ein leicht erhöhtes Beet – perfekt für:

  • Kräuter

  • Stauden

  • Pflanzen, die Wärme und gute Drainage lieben

Das Beet trocknet schneller ab, erwärmt sich früher im Jahr und ist heute extrem pflegeleicht.
Hier wachsen Palmen, Kaki und Feigen.

Auf dem höchsten Punkt steht mein Thron aus Metall.
In diesem halbrunden Rosenpavillon sitze ich gut versteckt und lasse den Blick über den ganzen Garten schweifen.

Hier genieße ich die Wintersonne in der kalten Jahreszeit.
Im Sommer plätschert der Brunnen.

Und der Duft von Salbei, Katzenminze und Rosen sorgt zuverlässig für Urlaubsgefühle – ganz ohne Koffer.

Senkgarten & Senkbeete – kühler, geschützter, entspannter

🌿 Der Senkgarten

An einer anderen Stelle im Garten habe ich ganz bewusst einen Senkgarten angelegt.
Dafür habe ich die Erde ausgehoben – und den Aushub direkt daneben weiterverwendet: als erhöhtes Beet und natürlicher Sichtschutz.

So entstanden zwei Ebenen auf einmal – und ein völlig neuer Gartenraum.

Warum ich den Senkgarten so liebe

Ein Senkgarten hat viele Vorteile:

  • er ist windgeschützt

  • fühlt sich oft wärmer an

  • wirkt ruhig und abgeschirmt

  • vermittelt ein geborgenes Gefühl

Er ist der perfekte Ort zum Sitzen, Lesen oder für eine kleine Feuerstelle.

Seit die Stauden auf dem angrenzenden Beet groß geworden sind, ist dieser Platz vollständig vor Blicken geschützt.
So geschützt, dass man dort theoretisch sogar FKK machen könnte.

(Praktisch bleibt es dann doch bei Tee und Buch – (… aber die Option zählt 😉))

    🌿 Senkbeete im Küchengarten

    In unserem Küchengarten arbeiten wir bewusst mit Senkbeeten.

    Warum?

    • Wasser sammelt sich dort

    • weniger Gießaufwand

    • geschütztes Mikroklima

    • Pflanzen kommen besser durch Hitzeperioden

    Gerade im Nutzgarten sind Senkbeete überraschend pflegeleicht.

    Hochbeete als riesige Blumentöpfe

    Wir nutzen Hochbeete nicht nur für Gemüse, sondern auch im Schnittblumengarten.

    Ich sehe Hochbeete hier wie:
    riesige Blumentöpfe im Garten

    Sie eignen sich hervorragend für:

    • Schnittblumen

    • Stauden

    • Kräuter

    Wichtig für die Pflege:
    Erhöhte Beete trocknen schneller aus.
    Hier gehören trockenheitsresistente Pflanzen hinein. Oder du brauchst eine Bewässerung, oder du schleppst wie ich Gießkannen voller Regenwasser...

    Erhöhte Terrassen – Überblick & Ruhe

    Unsere Terrasse direkt am Haus ist leicht erhöht.
    Von dort aus:

    • überblicken wir den gesamten Garten

    • sehen spielende Kinder

    • fühlen uns trotzdem geschützt

    Treppen – kleine Höhen, große Wirkung

    Die etwa 1,20 m Höhenunterschied von der Terrasse zur Gartenfläche werden bei uns über eine Hosta-Treppe abgefangen. Sie ist kein bloßes Verbindungselement, sondern ein eigenes kleines Höhenelement im Garten.

    Treppen machen den Garten spannend, weil sie Bewegung ins Spiel bringen. Jeder Schritt verändert den Blickwinkel, jede Stufe schafft Übergang statt Bruch. Besonders schön sind Treppen, wenn sie nicht streng wirken, sondern von Pflanzen begleitet werden – Stauden, Gräser oder Bodendecker lassen sie ganz selbstverständlich Teil des Gartens werden.

      Warum Höhenunterschiede besonders pflegeleicht sind

      Gut geplante Höhen helfen enorm, Arbeit zu sparen:

      • bessere Drainage → weniger Staunässe

      • gezielte Pflanzenauswahl je nach Lage

      • weniger Rasenfläche

      • klare Gartenbereiche

      Pflegeleicht sind besonders:

      • erhöhte Beete mit robusten Stauden

      • Senkbeete mit guter Wasserspeicherung

      • sanfte Hügel statt schmaler Beete

      Höhen ersetzen oft komplizierte Konstruktionen.

      Höhenunterschiede als natürliche Gartengliederung

      Statt Zäunen oder Sichtschutzwänden:

      • ein erhöhter Beetstreifen

      • ein Senkgarten

      • eine kleine Böschung

      So entstehen Gartenzimmer, ganz ohne harte Trennung.

      Das ist besonders familienfreundlich:

      • jedes Familienmitglied findet ein eigenes Plätzchen

      • Rückzug ist möglich, ohne abgeschottet zu sein

      • Nähe und Distanz lassen sich gut dosieren

      Kinder lieben Höhenunterschiede (unser Tunnelmoment)

      Ein echtes Gartenhighlight bei uns:
      Als ich im Haus aufräumen musste und die Kinder kurzerhand nach draußen geschickt habe,
      hat die Bande im Garten ein riesiges Loch gebuddelt.

      So tief, dass die Kleinste fast darin verschwunden ist.
      Ein Tunnel fast "bis nach Australien".

      Mein Mann hat die "Falle" später wieder zugeschüttet.
      Aber die Botschaft war klar:

      Kinder lieben Höhenunterschiede.
      Sie wollen graben, klettern, verschwinden, auftauchen.

      Ein Naturgarten mit Ebenen:

      • fördert Spiel

      • Fantasie

      • Bewegung

      Und das ganz ohne Spielgeräte.

      Was Höhenunterschiede sonst noch leisten

      • sie lassen kleine Gärten größer wirken

      • sie schaffen Spannung beim Durchgehen

      • sie lenken den Blick

      • sie erzählen Geschichten

      Ein Garten mit Ebenen wird nicht langweilig.

      Höhen und Tiefen gehören dazu 🌿

      Wenn ich heute durch unseren Garten gehe, denke ich oft an diesen einen Satz meiner Mutter.
      Und daran, wie sehr sie recht hatte.

      Höhenunterschiede sind kein Luxus.
      Sie sind kein gestalterischer Schnickschnack.
      Sie sind eine Einladung.

      Eine Einladung,

      • den Garten zu entdecken

      • sich zurückzuziehen

      • den Blick zu wechseln

      • sich sicher und geborgen zu fühlen

      Ein guter Garten darf Höhen und Tiefen haben.

      Also hab keine Angst vor der Schaufel.
      Ein bisschen Höhe kann viel verändern!

      Und vielleicht sitzt du ja bald auch auf deinem ganz eigenen Thron.

      Herzliche Grüße

      Deine Marion

      Portfolio

      Artikel
      Artikel
      Artikel
      Artikel

      Die neusten Posts in unserem Familienblog

      Sei immer auf dem neusten Stand!

      Naturnahe Gartenwege planen, anlegen und erleben – vom Trittstein bis zum begrünten Fahrweg