Naturgarten planen: So zeichnest du deinen Gartenplan richtig

04.09.2025

Wie zeichne ich meinen Gartenplan?

Eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung für Anfänger:innen

Du musst weder zeichnen können noch Gartenerfahrung haben, um einen guten Gartenplan zu erstellen.
Ein Gartenplan ist kein Kunstwerk, sondern ein Werkzeug. Er hilft dir, klarer zu sehen, bessere Entscheidungen zu treffen – und deinen Garten stressfrei und realistisch zu entwickeln.

Dieser Artikel zeigt dir ganz genau:

  • was du brauchst

  • wie du deinen Garten richtig ausmisst

  • welchen Maßstab du wählst

  • wie du Schritt für Schritt deinen ersten Lageplan zeichnest

Ganz ohne Perfektionsdruck.

Warum ein Gartenplan so hilfreich ist

Ein gezeichneter Gartenplan:

  • bringt Ordnung in viele Ideen

  • verhindert Fehlkäufe

  • hilft bei realistischen Größen

  • macht Zusammenhänge sichtbar

👉 Vor allem im Naturgarten ist ein Plan hilfreich, weil du Struktur zuerst und Pflanzen später planst.

Dein realistischer Gartenplan in 3 Schritten

1️⃣ Lageplan zeichnen

2️⃣ Nutzungen eintragen

3️⃣ Varianten ausprobieren

In diesem Artikel geht es um Schritt 1: den Lageplan – die Grundlage für alles Weitere.

Welcher Maßstab ist sinnvoll?

🔹 1 : 100 – der Standard für die Gartenplanung

👉 1 cm auf dem Papier = 1 m im Garten

Ideal für:

  • kleine bis mittelgroße Gärten

  • Hausgärten

  • Schrebergärten

  • erste Gartenplanung überhaupt

Vorteile:

  • sehr leicht zu verstehen

  • Sitzplätze, Beete und Wege gut darstellbar

  • passt auf A4 oder A3

👉 Meine klare Empfehlung für die meisten Menschen.

Beispiel:
Dein Garten ist 10 m breit → du zeichnest 10 cm auf dem Papier.

Womit mache ich meinen Gartenplan?

Du brauchst kein spezielles Zeichenmaterial. Wichtig ist nur, dass du verändern und radieren kannst.

✅ Das bewährteste Material

Papier

  • Millimeterpapier (sehr empfehlenswert)
    → ideal für Maßstäbe wie 1:100

  • alternativ: kariertes Papier

  • für später: Transparentpapier (Pause) zum Darüberlegen und Variieren

Stifte

  • Bleistift (HB oder 2B)
    → für alles, was noch nicht feststeht

  • Holzbuntstifte
    → um Nutzungen farbig zu markieren

  • optional: Fineliner für einen finalen Plan

👉 Filzstifte nur sparsam – sie lassen sich schlecht korrigieren.

Hilfsmittel

  • Lineal (mindestens 30 cm)

  • Radiergummi

  • ggf. Klemmbrett für draußen

Mehr brauchst du nicht.

Welche Farben sind sinnvoll?

Einfach und übersichtlich reicht völlig. Zum Beispiel:

  • 🟩 Grün → Rasen / Wiese

  • 🌸 Rosa oder Lila → Beete / Stauden

  • 🟫 Braun → Wege

  • 🟨 Gelb → Sitzplätze

  • 🔵 Blau → Wasser

  • ✏️ Grau → Bestehendes (Haus, Mauern, Terrasse)

👉 Wichtig: nicht kunstvoll, sondern verständlich.

Wie messe ich meinen Garten praktisch aus?

✅ Das brauchst du dafür

  • Maßband (5–20 m)

  • Notizblatt

  • Stift

Schritt-für-Schritt-Ausmessen

1️⃣ Grobe Form festhalten

  • Skizziere die Grundstücksform grob

  • nicht maßstabsgerecht, nur zur Orientierung

2️⃣ Längen messen

Miss:

  • Grundstücksseiten

  • Hausbreite und -tiefe

  • Abstände vom Haus zu den Grundstücksgrenzen

  • vorhandene Wege und Terrassen

👉 Immer von festen Punkten aus messen, z. B. Hauswand, Zaun oder Mauer.

3️⃣ Große Elemente eintragen

Diese Dinge gehören unbedingt in den Lageplan:

  • Haus

  • Garage oder Gartenhaus

  • große Bäume

  • Hecken

  • Terrassen

  • befestigte Wege

👉 Kleine Dinge wie Deko oder einzelne Stauden lässt du bewusst weg.

4️⃣ Sonne & Schatten notieren

Hier brauchst du kein Maßband – nur Beobachtung:

  • Wo ist morgens Sonne?

  • Wo mittags?

  • Wo bleibt es schattig?

✏️ Kleine Pfeile oder Notizen reichen völlig.

So arbeitest du entspannt (sehr wichtig!)

  • Zeichne den Grundplan einmal sauber

  • lege dann Transparentpapier darüber

  • probiere verschiedene Ideen aus

  • nichts ist endgültig

👉 So vermeidest du den Druck, "richtig" planen zu müssen.

Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest

❌ alles sofort bunt und endgültig einzeichnen
❌ zu viele Details am Anfang
❌ ohne Maßstab planen
❌ alles digital machen (das macht unflexibel)

✅ lieber grob
✅ lieber mehrere Varianten
✅ lieber Zeit lassen

Wann es sinnvoll ist, einen Profi hinzuzuziehen

Ein selbst gezeichneter Gartenplan ist eine wunderbare Grundlage.
Manchmal lohnt es sich zusätzlich, einen professionellen Gartenplaner oder eine Gartenplanerin einzubeziehen – vor allem, wenn:

  • du unsicher bist, welche Pflanzen wirklich pflegeleicht sind

  • du wissen möchtest, wie groß Pflanzen in 3–5 Jahren werden

  • dein Garten schwierig geschnitten ist

  • du langfristig Fehlentscheidungen vermeiden möchtest

Ein Profi denkt in:

  • Platzbedarf

  • Entwicklung

  • Pflegeaufwand

  • Standortansprüchen

👉 Oft spart eine gute Planung später viel Geld, Arbeit und Frust.

Merksatz zum Schluss

Ein Gartenplan muss nicht schön sein –
sondern verständlich und veränderbar.

Oder ganz praktisch:

Der beste Gartenplan entsteht mit Bleistift.

🌿 Nimm dir Zeit, bleib spielerisch –
dein Garten darf wachsen, genauso wie dein Plan.