Sind Pfingstrosen auch Rosen? Geschichte -Sorten - Pflege

11.02.2020

Sind Pfingstrosen auch Rosen?

Nein, Pfingstrosen (Paeonia) gehören nicht zu den Rosen,  Sie sind eine eigene Pflanzenfamilie der Pfingstrosengewächse (Paeoniaceae) Aber Pfingstrosen sind eben auch wunderschöne Geschöpfe. Leider ist die Blütezeit von Ende April bis Juni kürzer, als die der modernen, mehrfach blühenden Rosen.


Geschichte der Pfingstrosen

Die Bauernpfingstrosen (wie oben die Sorte Rubia plena) stammen aus Europa und sind hier seit der Antike bekannt. Früher schrieb man den wunderschönen Blumen, sowie den Samen und Wurzeln geheimnisvolle Heilkräfte zu. (Aber Vorsicht: Tatsächlich sind alle Pflanzenteile schwach giftig). 

Benannt sind die Pfingstrosen nach dem Götterarzt Paieon. In Homers Geschichten heilt dieser Gott Wunden, die sich die griechischen Helden im trojanischen Krieg zuzogen mit Kräutern und Pflanzenbalsam. Und die griechischen Ärzte erwähnen in ihren Schriften die Pfingstrose als Heilpflanze. 

Zu uns nach Deutschland gelangte die schöne Pflanze wohl erst im Mittelalter. Benediktinermönche brachten sie aus dem Mittelmeerraum mit über die Alpen.  Hildegard von Bingen empfiehlt ca. 1150 nach Christus Pfingstrosen gegen verschiedene Leiden unter anderem Samenkörner gegen die Epilepsie.  

Die Samenkörner mussten nachts geerntet werden, Ihre Heilwirkung wird mit dem Mond in Verbindung gebracht. Angeblich sollen die Samen der Pfingstrosen aufgrund eines phosphorisierenden Stoffes in der Nacht leicht leuchten. Deshalb wurden ihnen verschiedene magische Kräfte und Schutz gegen Dämonen nachgesagt. Ich werde das mit den leuchtenden Samen diesen Sommer in einer lauen Sommernacht einmal überprüfen:-)!

In China haben die chinesischen Pfingstrosen eine Jahrtausend alte Tradition. Die Pfingstrose gilt dort als Königin der Blumen, hat ihre eigene Symbolik und wird dort in der traditionellen Chinesischen Medizin heute noch eingesetzt.



Sorten

Es gibt zahlreiche verschiedene Pfingstrosen. Wichtig (auch für die Pflege) ist zunächst die Unterscheidung in krautige Staudenpfingstrosen und in die Strauch-oder Baumpfingstrosen. 

Bei den Staudenpfingstrosen sterben die überirdischen Pflanzenteile im Winter komplett ab. Man unterscheidet die aus Europa stammende gemeine Pfingstrose (Paeonia officinalis) mit verschiedenen Untersorten und die aus China stammende Staudenpfingstrose (Päonie lactiflora), von der es unzählige, fantastische Sorten gibt: Schlichte, ungefüllte Blumen mit gelber Mitte, die wie zu groß geratene Anemonen aussehen, Blüten mit einfachem äußerem Blattkranz und puscheliger Mitte und stark gefüllte Sorten. Sie sind in weiß, rosa, rot, lila, gelb und sogar in einer Mischung der oben genannten Farben zu erwerben.

Dann gibt es die aus China stammenden Baum-oder Strauchpfingstrosen, Deren Triebe verholzen und es bilden sich Sträucher /Bäume, die über zwei Meter Höhe erreichen können. Hier kann ich noch kein Bild zeigen. Ich habe aber letzen Herbst ein kleines Pflänzchen geschenkt bekommen und hoffe verfolgen zu können, wie es langsam zu einem Baum heranwächst.

Spannend klingt die Gruppe der intersektionellen Hybriden: Eine Kreuzung aus Stauden- und Baumpfingstrose: Sie sollen schöne große Blüten haben und mit ihrer mittleren Höhe in jedes Staudenbeet passen. Ich kann noch nicht aus eigener Erfahrung berichten, habe mir aber heute eine schöne zartrosa Sorte mit großen Blüten und lila Basalfleck bestellt.

Pflege

Pfingstrosen brauchen Sonne um zu Blühen  (wegen der schönen Blätter habe ich aber auch einige Bauernpfingstrosen im Schattenbeet). 

Staudenpfingstrosen dürfen nicht zu tief gepflanzt werden sonst blühen sie nicht. Ich bringe im Herbst immer etwas Kompost auf die Pflanzen auf, nachdem ich die Blätter entfernt habe (Manche Autoren sind übrigens der Meinung, dass Kompost keinesfalls ein idealer Dünger für Pfingstrosen sei, aber bei mir blühen sie immer herrlich, deshalb bleibe ich dabei). Im Frühjahr streiche ich den Kompost dann flach, so dass maximal 1-2 cm Erde über dem Rizom verbleibt. Ansonsten sind sie unkompliziert, vertragen bei mir auch Trockenheit und werden von Jahr zu Jahr schöner. 

Baumpfingstrosen vertragen keine Staunässe, oft werden sie deshalb auf "Hügeln" (Erdaufschüttungen aus denen das Regenwasser schnell ablaufen kann) gepflanzt. Und sie müssen beim Einpflanzen tiefer in die Erde eingebracht werden. Beim Kauf bestehen die Pflanzen aus Baumpfingstrosenstecklingen, die auf eine Staudenpfingstrosenunterlage geproppft wurden. Damit die Pflanzen gedeihen muss der Steckling mit der Zeit in der Erde eigene Wurzeln bilden. Mindestens 3-5 cm unter der Erde sollte diese Übergangsstelle liegen.

Geschnitten werden die Baumpfingstosen eigentlich nicht. Sie wachsen ziemlich langsam.

Intersektionelle Hybriden werden wie Staudenpfingstrosen gepflegt. Die leicht verholzenden Triebe werden im Herbst ein bis zwei Handbreit über dem Erdboden abgeschnitten.



Frühlingsglück

Frühlingspracht in jedem Garten

Pfingstrosenträume warten

mit süßem Duft

nach alter Zeit,

in warmer Luft

das Herz wird weit

und tiefes Glück 

macht sich im Innren breit

von uns entdeckt 

zu werden



Weitere Informationen über Pfingstrosen: 

Mir persönlich hat der ausführliche Artikel über Pfingstrosen mit wunderschönen Bildern  von Andreas Barlage  auf der Seite der Staudengärtnerei Gaißmayer sehr gefallen:

Pfingstrosen - Staudengärtnerei Gaißmayer


Auf diesem Video zeigt der Fachmann Professor Hans-Dieter Warda  im Arboretum Ellerhop die herrlichen chinesischen Baumpfingstrosen  und gibt Pflegetips. 

Strauch-Pfingstrosen


Ich bin so gespannt auf Eure Erfahrung:

Was sind Eure Pfingstrosen-Lieblingssorten? 

Welche Erfahrungen mit Pfingstrosen habt ihr gemacht? 

Wer hat schon eine Baumpfingstrose oder Erfahrung mit intersektionellen Hybriden? 

Was benützt ihr als Dünger?